
Pantoffelschnecke, lat. Crepidula fornicataÜberfamilie: Crepiduloidea
Familie: Crepidulidae
Größe: 3–5 cm
Verbreitung: Nordost-USA, Nordwest-Europa
Lebensraum: An Gehäusen der eigenen Art oder festen Objekten sitzend, im Flachwasser.
Beschreibung
Die Pantoffelschnecke hat ein abgeflachtes, ovales Gehäuse mit leicht eingerolltem, kaum wahrnehmbarem Gewinde am Hinterende. Die Mündung ist durch eine dünne Scheidewand zur Hälfte verschlossen. Die Außenseite des Gehäuses ist glatt oder gerunzelt. Die Färbung kann cremefarben, gelblich oder braun sind und rotbraune Flecken oder Streifen haben. Die Innenseite der Schale ist weiß, jedoch schimmert das äußere Muster durch. Das Markenzeichen der Pantoffelschnecke ist ihre Schale, die von unten so geformt ist wie ein Pantoffel. Von außen erinnert sie durch ihre glatte
Oberfläche eher an eine Muschel als an eine Schnecke. Auch in Bezug auf ihre Nahrungsaufnahme ist sie eine sehr untypische Meeresschnecke, da sie sich nicht durch das Abweiden von Meeresunter-
gründen oder räuberisch ernährt, sondern – wie eine Muschel – Plankton aus dem Wasser filtert. Einerseits verwendet sie dafür ihre Kiemen, andererseits baut sie ein Netz aus Schleimfäden, in dem das Plankton hängen bleibt. Ein gefülltes Netz wird dann eingeholt und als Ganzes mit dem Plankton gefressen. Ihren geografischen Ursprung hat die Pantoffelschnecke an den Atlantikküsten der USA, Mexikos und Kanadas sowie der Pazifikküste der USA und Mexikos und im Golf von Mexiko. 1870 wurde sie dann gemeinsam mit den Austern nach Europa eingeschleppt, wo sie auch heute noch zu finden ist. Hauptsächlich lebt sie auf Miesmuschelbänken unterhalb der Niedrigwasserlinie, wo teilweise bis zu 1.500 Schnecken auf einem Quadratmeter zu finden sind. Die Dichte ist nicht in allen Bereichen so hoch, da die Tiere keinen kalten Winter vertragen und die Sterblichkeitsrate in kälteren Gebieten entsprechend hoch ist.
Besonderheit
Pantoffelschnecken wechseln im Laufe ihres Lebens das Geschlecht. Als Larven sind sie männlichen Geschlechts und leben zwei bis vier Wochen nach dem Schlüpfen als Plankton, bevor sie sich auf dem Meeresboden niederlassen. Dort sind sie sehr mobil und werden erst später, nach der Wandlung zum weiblichen Geschlecht, sesshaft. Für die Fortpflanzung setzen sich mehrere kleinere Männchen auf die größeren Weibchen und bilden Paarungsketten zur inneren Befruchtung.
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